Professional Applied Kinesiology (PAK)
Warum komplexe Beschwerden manchmal einen anderen Blick brauchen
Viele Menschen kommen mit Beschwerden, die sich nicht klar einordnen lassen.
Die Diagnosen sind gemacht, Bilder vorhanden, Therapien wurden ausprobiert – und trotzdem bleibt das Gefühl, dass irgendetwas nicht zusammenpasst. Die Symptome wechseln, tauchen an anderer Stelle wieder auf oder reagieren nur kurzfristig auf Behandlung.
Genau an diesem Punkt beginnt die Arbeit mit der Professional Applied Kinesiology (PAK).
Was PAK ist – und was sie ausdrücklich nicht ist
Die Professional Applied Kinesiology wird häufig missverstanden – nicht zuletzt, weil sie mit nicht-medizinischen Kinesiologieansätzen verwechselt wird, mit denen sie inhaltlich nichts gemein hat. Sie ist eine wissenschaftlich fundierte, funktionell-neurologische Methode, die ausschließlich von medizinisch ausgebildeten Therapeuten angewendet wird.
In Deutschland wird sie von der Deutschen Ärztegesellschaft für Angewandte Kinesiologie (DÄGAK) gelehrt und richtet sich an Ärzte, Zahnärzte und Physiotherapeuten. Die Ausbildung orientiert sich an den internationalen Standards des International College of Applied Kinesiology (ICAK) und baut auf einem klaren medizinischen Fundament auf.
PAK ist damit kein Ersatz für schulmedizinische Diagnostik, sondern ein hochpräzises Ergänzungsinstrument, wenn klassische Wege nicht mehr weiterführen.
Der Kern der Methode: das Nervensystem verstehen
Im Zentrum der Professional Applied Kinesiology steht nicht die isolierte Struktur – also nicht nur Muskel, Gelenk oder Organ –, sondern die Art und Weise, wie das Nervensystem Informationen verarbeitet.
Über standardisierte manuelle Muskeltests wird nicht die Kraft eines Muskels geprüft, sondern seine neurologische Reaktionsfähigkeit auf gezielte Reize – gewissermaßen die Antwort des Nervensystems auf eine konkrete Frage. Diese Tests erlauben Rückschlüsse darauf, ob strukturelle, biochemische oder auch funktionell-neurologische Belastungen vorliegen, die den Körper in einem anhaltenden Dysfunktionsmodus halten.
Gerade bei komplexen Beschwerdebildern zeigt sich hier oft ein entscheidender Unterschied:
Nicht die sichtbare Struktur ist das eigentliche Problem, sondern eine Fehlinformation im System.
Wenn alte Verletzungen nicht wirklich „vorbei“ sind – eIRT / IRT
Ein wichtiger Bestandteil der PAK ist die sogenannte eIRT – erweiterte Injury Recall Technik.
Sie beschäftigt sich mit der Frage, warum bestimmte Beschwerden trotz ausgeheilter Verletzungen immer wieder auftreten oder sich an anderer Stelle manifestieren.
Nach Unfällen, Operationen oder auch scheinbar harmlosen Verletzungen können im Nervensystem persistierende Schutz- und Fluchtreflexe aktiv bleiben. Diese erzeugen dauerhaft falsche Afferenzen – also Fehlinformationen –, die die Muskelsteuerung und Gelenkfunktion unbewusst beeinflussen. Der Körper verhält sich dann, als wäre die Gefahr noch präsent – auch wenn sie längst vorbei ist.
Die Folge können wiederkehrende Blockaden, muskuläre Dysbalancen oder chronische Schmerzen sein, ohne dass sich im bildgebenden Verfahren eine eindeutige Ursache zeigt.
Ziel der IRT ist es, diese pathologischen Reflexmuster aufzuspüren und über sensomotorische Konkurrenzprogramme nachhaltig zu überschreiben, sodass das Nervensystem wieder in eine physiologische Regulation zurückfinden kann.
Warum dieser Ansatz nicht in das klassische Kassensystem passt
PAK arbeitet hochindividuell, zeitintensiv und systemübergreifend.
Sie folgt nicht dem Schema „eine Diagnose – eine Technik“, sondern erfordert differenziertes Testen, ständiges neurologisches Feedback und eine therapeutische Entscheidungsfindung in Echtzeit.
Genau diese Tiefe ist der Grund, warum die Methode nicht über die gesetzlichen Krankenkassen abgebildet wird. Sie passt nicht in standardisierte Behandlungskataloge – und genau darin liegt gleichzeitig ihre Stärke.
In meiner freiberuflichen Arbeit als sektorale Heilpraktikerin nutze ich die PAK deshalb bewusst außerhalb der klassischen physiotherapeutischen Verordnung, um Menschen mit komplexen oder festgefahrenen Beschwerden gezielt begleiten zu können.
Anwendungsbereiche – wenn klassische Wege an ihre Grenzen kommen
In der Praxis zeigt sich dieser Ansatz besonders dort als hilfreich, wo Beschwerden immer wiederkehren oder sich trotz klarer Diagnosen nicht nachhaltig verändern.
Orthopädischen und funktionellen Beschwerden
• Wirbelsäulenprobleme und Bandscheibensymptomatiken
• wiederkehrende Schmerzen ohne klare strukturelle Ursache
• muskuläre Dysfunktionen nach Verletzungen oder Operationen
Kiefer- und CMD-Problematiken
• Schmerzen durch Kieferfehlstellungen
• Kopf-, Nacken- und Wirbelsäulenbeschwerden mit craniomandibulärem Zusammenhang
Dabei fließen Techniken aus der manuellen Medizin, Chiropraktik, Osteopathie, Meridian- und Reflextherapie ebenso ein wie funktionell-neurologische und hormonelle Betrachtungsweisen.
Für wen PAK besonders sinnvoll sein kann
PAK ist kein „schneller Fix“. Sie richtet sich nicht an Menschen, die eine schnelle Lösung suchen, sondern an jene, die verstehen möchten, warum ihr Körper so reagiert, wie er es tut.
Sie richtet sich an Menschen, die bereit sind, genauer hinzuschauen – und zu verstehen, warum ihr Körper trotz vieler Maßnahmen nicht nachhaltig zur Ruhe kommt.
Wenn du das Gefühl hast, dass deine Beschwerden komplexer sind als eine einzelne Struktur, und du dir eine fundierte, medizinisch saubere Begleitung wünschst, kann dieser Ansatz eine sinnvolle Ergänzung sein.
Ein persönlicher Hinweis zum Abschluss
Ich arbeite nicht mit der Idee, Symptome einfach „wegzumachen“.
Mir geht es darum, Zusammenhänge sichtbar zu machen, dem Nervensystem Orientierung zu geben und dem Körper die Möglichkeit zurückzugeben, sich selbst zu regulieren.
Ob das im Rahmen einer Einzelbehandlung, einer begleitenden therapeutischen Arbeit oder eingebettet in ein weiterführendes Coaching sinnvoll ist, zeigt sich immer individuell.
Wenn du dich hier wiedererkennst, darfst du dich gern informieren, nachfragen oder einen ersten Schritt machen – ohne Druck, aber mit Klarheit.